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Verschiedenes  

   

D'r Lehrer Welsch - (k)ein Kölner Orginal

Er ist wohl der bekannteste Lehrer des Rheinlands - der Lehrer Welsch aus dem berühmten Lied ,,In d'r Kajass Nummer Null". Aber wer war er wirklich?

Der legendäre Lehrer Welsch gilt als kölsches Orginal. Seine Wurzeln aber liegen an der Südgrenze unseres Erzbistums: in dem Örtchen Arzdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Wachtberg.
Dort, in einem heute noch erhaltenen Schmucken Fachwerkgehöft, erblickt Heinrich Welsch am
29. Mai des Revolutionsjahre 1848 das Licht der Welt.

Seine Eltern waren einfache fromme Bauern. Obgleich die Hilfe des Ältesten Sohnes in der Landwirtschaft gefragt war, setzten die Eltern auf Bildung. Nach der Volksschule besuchte Heinrich Welsch die kahtolische Rektoratsschule im nicht weit entfernten Meckenheim. Zwei Jahre später setzte er seine Ausbildungen bei den Christlichen Schulbrüdern in Koblenz fort. Mit 17 Jahren trat er ins  Lehrerseminar ein, und drei jahre später legte Welsch beim Königlichen Preußischen Lehrerseminar in Brühl sein Lehreexamen ab. Zunkunftweisend für sein späteres Engagement war schon seine Tätigkeit als Leiter eines Pensionats der Schulbrüder für verwaiste Jungen in Koblenz.
Er war noch keine keine 25 Jahre alt , als er die Stelle eines Hauslehrers für die Kinder des Reichsfreiherrn Leopold von Fürstenberg auf dem sauerländischen Schloss Körtlinghausen antrat. Als die freiherrlichen Söhne reif fürs Gymnasium waren, bewarb Welsch sich 1877 für den preußischen Schuldienst. Nach mehreren Stellen im Kölner Umland und in Köln kam Heinrich Welsch schließlich nach Köln-Kalk.

Der Ort, der über Jahrhunderte lediglich aus einer Marienkapelle und ein paar Gehöften bestanden hatte, blühte infolge der Industrialisierung gegen Ende des 19. Jahunderts zu einer wohlhabenden Industriestadt auf. Heinrich Welschs Blick aber fiel eher auf die Schttenseiten der industrielen Revolution. Er nahm Armut, ungesunde Wohnverhältnisse und nicht zuletzt mangelnde Bildung der Arbeiterkinder bewusst wahr. So gründete er1905 an der Hollweghstraße die erste ,,Hilfsschule" für die Kinder der Unterschicht. Sein Wirken würde man heute ,,Förderunterricht " nennen, denn der Rektor kümmerte sich um seine Schüler vor dem Hintergrund derer sozialen Lage. Besonders am Herzen lag  Welsch das Schicksal der ,,gefallenenen Mädchen", unverheirateter junger Mütter. Er kämpfte dagegen, dass diese verstoßen wurden.

Die Bindungen zu seiner Heimat im Drachenfelser Ländchen hielt Welsch aufrecht. So heiratete er 1886 die Lehrerin Katharina Zenter aus dem nahe Arzdorf gelegenen Weiler Klein Villip. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, von denen aber nur zwei Töchter das Erwachsenenalter erreichten. Heinrich Welsch starb am 7.6.1935 in Köln. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Kalker Friedhof.

Die Erinnerung an den Lehrer Welsch wäre vermutlich längst verblasst, hätten ihm nicht die Karnvalssänger  ,,Drei Laachduve" in der Session 1937/38 ein musikalisches Denkmal gesetzt. Das Lied wurden mehrfach umgedichtet, wodurch wohl des Reimes ,,Null" auf ,,Schull" wegen der guten Lehrer Welsch posthum in Linksrheinische versetzt wurde. Wie dem auch sei : An der Ecke Großer Griechenmarkt/Kaygasse  erinnert an einem Haus eine Plakette an den sozial engagierten Schulmeister.

   
© KHS Großer Griechenmarkt, Köln (E.B.)